Hormon und Kuscheln heilt Wunden


Liebe ist die beste Medizin
Hormon und Kuscheln heilt Wunden
mauritius images / DP RF / Joel Sartore Photography

Bisher werden Verletzungen mit Verbänden oder Wundspray behandelt. Steht demnächst vielleicht auch Oxytocin plus Kuscheln auf dem Rezept? Die Kombination soll Wunden schneller heilen lassen.

Stabile Beziehungen sind gesundheitsfördernd

Wer in einer guten Ehe oder liebevollen Partnerschaft lebt, hat gesundheitlich Vorteile. Denn stabile soziale Beziehungen senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sorgen dafür, dass man länger lebt. Doch nicht nur das: Offenbar können Nähe und Berührung, verbunden mit der Gabe des Hormons Oxytocin, sogar die Wundheilung fördern.

Das ist zumindest das Ergebnis einer Schweizer Studie, an der 80 gesunde, heterosexuelle Paare teilgenommen hatten. Das Durchschnittsalter der Frauen und Männer betrug 27 Jahre. Sie alle bekamen am ersten Versuchstag im Labor vier kleine Wunden am Unterarm zugefügt.

Kuschelhormon in die Nase

In der folgenden Woche sollten sich die Teilnehmenden zweimal täglich ein Nasenspray verabreichen. Darin war entweder das Hormon Oxytocin oder ein Placebo enthalten. Oxytocin gilt als Kuschelhormon, da es bei körperlicher Nähe ausgeschüttet wird und für Wohlbefinden sorgt. Außerdem dokumentierten die Proband*innen täglich ihre Befindlichkeit, den Stresslevel und die Interaktionen mit der Partner*in.

7 Tage nach der Verletzung kontrollierten die Forschenden die Wundheilung. Es stellte sich heraus, dass bei den Paaren in der Gruppe, die täglich Oxytocin erhielten, die Unterarmwunden besser verheilten. Dieser Effekt stand insbesondere im Zusammenhang mit häufigen liebevollen Berührungen und sexueller Aktivität. Diejenigen Männer und Frauen, die Oxytocin erhielten und von viel Berührung und Nähe berichteten, wiesen eine um 10% verbesserte Wundheilung auf.

Nur in der Kombination wirksam

Die Gabe von Oxytocin allein hatte in dieser Studie keine Wirkung, sagen die Forscher*innen. Aber auch Berührung allein war weniger wirksam, berichten sie. Ob man mit bloßer Liebe und Kuscheln die Wundheilung beschleunigen kann, lässt sich aus dieser Untersuchung noch nicht eindeutig schließen. Das liegt daran, dass Nähe und Berührung nicht systematisch erfasst wurden, sondern die Informationen darüber nur aus den Berichten der Paare stammen.

Positiv auf die Wundheilung wirkte also die Kombination aus beidem – dem Nasenspray mit Oxytocin und viel Berührung und Nähe. Als nächstes müsste man systematisch untersuchen, ob Oxytocin plus instruierte, geplante Berührungen einen heilungsfördernden Effekt zeigt. Die Forscher*innen um Prof. Beate Ditzen von der Universität Zürich sind zuversichtlich, dass dem so ist.

Quelle: Medscape, JAMA

Unsere starken Partner


News

Vitamin-A-Mangel vorbeugen
Mutter und Kind mit frisch geernteter Karotte. Bei aller Begeisterung für Veganismus dürfen gerade bei Kindern die Vitamine nicht vergessen werden.

Für Schwangere und Veganer*innen

Wer regelmäßig Milchprodukte, Eier und Fleisch isst, braucht sich um seinen Vitamin-A-Haushalt keine Gedanken zu machen. Doch wie sieht das bei veganer Ernährung aus? Und was müssen Schwangere beachten?   mehr

Blut spenden hilft allen

Frau sitzt in einem Sessel und spendet Blut.

Mangelware Blut

Ob bei einer Operation, bei Geburtskomplikationen oder einem schweren Unfall -Bluttransfusionen können Leben retten. Damit genügend davon zur Verfügung steht, müssen Gesunde Blut spenden. Doch wer ist dafür geeignet, und was muss man darüber wissen?   mehr

Schlaf: Nicht zu kurz und nicht zu lang
Schlaf: Nicht zu kurz und nicht zu lang

Die Mitte macht´s

Viel hilft viel? Das gilt offenbar nicht beim Thema Schlaf. Denn nicht nur zu wenig Schlaf scheint Menschen schneller altern zu lassen. Das gleiche gilt wohl auch für zu viel Schlaf.   mehr

Hitze bedroht Gehirn und Nerven
Hitze bedroht Gehirn und Nerven

Von Schlaganfall bis Delir

Sommerliche Wärme wird von vielen Menschen als angenehm empfunden. Doch anhaltende Hitze und tropische Nächte können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben – insbesondere für das Gehirn.   mehr

Wie viel Schreien ist normal?
Wie viel Schreien ist normal?

Quälende Säuglingskoliken

Viele Eltern kennen die Situation: Das Baby ist satt, frisch gewickelt und gesund – und schreit trotzdem über Stunden. Gerade in den ersten Lebensmonaten können sogenannte Säuglingskoliken Familien an ihre Belastungsgrenzen bringen. Was ist normal und wann muss das Schreien abgeklärt werden?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Aesculap-Apotheke
Inhaber Michael Thiele
Telefon 03585/86 29 11
E-Mail info@aesculap-apo-loebau.de