Cholesterin: Schutz für die Lunge


Cholesterinspiegel nicht voreilig senken
Cholesterin: Schutz für die Lunge

In Deutschland erkranken jährlich eine halbe Million Menschen an einer Lungenentzündung. Forscher des Universitätsklinikums Jena fanden heraus, dass die Leber bei einer drohenden Infektion vermehrt Cholesterin produziert.
Pneumokkoken machen lungenkrank
In den meisten Fällen löst eine Bakterienart – die Pneumokkoken – eine Lungenentzündung aus. Sie ist mit Antibiotika meist gut behandelbar. In schweren Fällen breitet sich die Infektion aus und führt zu Organversagen bis hin zu einem lebensbedrohlichen Schock.

Wie schwer sich die Lungenentzündung auf den Körper auswirkt, hängt von dem Stamm der Pneumokkoken ab, denn nicht jeder Stamm verursacht eine lebensbedrohliche Entzündung. Für ihre Studie infizierten die Jenaer Forscher Mäuse mit zwei verschiedenen Pneumokkokenstämmen. Bei den Mäusen, die sich mit einer harmlosen Variante der Pneumokkoken infiziert waren, erhöhte sich der Cholesterinspiegel. In der Folge breitete sich die Infektion nicht auf die Organe aus. Dieser Effekt zeigte sich bei den Mäusen, die die Forscher mit einer gefährlicheren Pneumokkokenart infiziert hatten, nur geringfügig.

Bakteriengift regt Cholesterin an
Eine Schlüsselrolle spielt das in den Pneumokkoken enthaltene Bakteriengift Pneumolysin. Es provoziert die Bildung von Cholesterin in der Leber. „Wir konnten zeigen, dass das Pneumolysin, das nun in den Körper gelangen kann, auch in der Leber einen Startschuss für eine verstärkte Produktion von Cholesterin gibt“, erklärt Studienleiter Michael Bauer. „Dieses Cholesterin kann dann weiteres Pneumolysin neutralisieren und so vor größeren Gewebeschäden in der Lunge schützen“, sagt Bauer.

Cholesterin auf der guten Seite

Die Ergebnisse bestätigen den schützenden Effekt des Cholesterins. Den Cholesterinspiegel aktiv zu senken sei daher nicht immer angeraten, wie Bauer betont: „Als Gegenspieler des Pneumolysins kämpft das Cholesterin bei Lungenentzündungen auf der guten Seite.“ Gefährlich ist allerdings das „schlechte“ LDL-Cholesterin, es begünstigt Arteriosklerose.

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